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Akkordeon-Orchesters 1934 Dietlingen e.V.

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Geschichte

Im Dezember 1933 fanden sich neun Spieler zum gemeinsamen Handharmonika-Spiel zusammen und gründeten im Januar 1934 den 1. Handharmonika-Spielring Dietlingen. Den ersten Unterricht erhielten die Spieler von W. Sünwoldt aus Pforzheim. In der Mitte des Jahres 1934 wurde jedoch Rudolf Staib aus Brötzingen mit der Leitung der Proben beauftragt.

Schon im Herbst 1934 veranstaltete der Handharmonika-Spielring sein erstes Konzert, dem bis zum Kriegsausbruch jedes Jahr ein weiteres folgte. Ein erster besonderer Erfolg des Spielrings war bereits im Jahre 1935 zu verzeichnen, als er sich bei einem "Handharmonika- und Kapellen-Wettstreit" in Karlsruhe mit dem Stück "Waldandacht" von F. Abt durch einen glänzenden 3. Platz auszeichnete.

Während der Kriegsjahre mussten die Proben eingestellt werden, da viele Spieler zum Militärdienst eingezogen wurden. Einige aktive Spieler, darunter auch Mitbegründer des Spielrings, waren im Krieg gefallen oder wurden vermisst. Im Jahre 1946 wurden dann durch das Bemühen weniger Spieler die Proben wieder aufgenommen und neue aktive Spieler für den Verein geworben. Da der Dirigent R. Staib noch in Kriegsgefangenschaft war, übernahm bis zu seiner Rückkehr Werner Gallenbach die musikalische Leitung.

Im Jahre 1948 trat der Spielring mit einem Frühjahrskonzert zum ersten Mal nach dem Krieg wieder öffentlich auf. Die Tradition, in jedem Jahr der Bevölkerung durch ein Konzert sein Können unter Beweis zu stellen, wurde bis heute beibehalten.

Im Jahre 1953 übernahm Werner Gallenbach, der bisher aktiver Spieler und Vizedirigent war, die Leitung des Spielrings.

Im 25jährigen Jubiläumsjahr des Vereins (1959) traten wesentliche Neuerungen ein. Hervorgerufen wurden die Veränderungen durch den Wunsch nach Instrumenten mit größerem Tonumfang. Dabei wurden die zuvor üblichen diatonischen Handharmonikas durch chromatische Akkordeons ersetzt. Bedingt durch die unterschiedliche Spieltechnik der beiden Instrumentenarten mussten die Spieler umgeschult werden. Als Akkordeonlehrer und Dirigent des Orchesters konnte 1959 Wolfgang Werner aus Wilferdingen verpflichtet werden. Außerdem übernahm er den Unterricht einer Anfängergruppe. Die Gemeinde stellte dafür einen Schulsaal zur Verfügung.

Die Feier des 25jährigen Jubiläums musste um ein Jahr verschoben werden. Mit den neuen Instrumenten, unter der Leitung von W. Werner, wurden die Festlichkeiten 1960 begangen. Am Vorabend der Jubiläumsfeier erfolgte eine Tonbandaufnahme durch den Süddeutschen Rundfunk, die dann am nächsten Abend im Radioprogramm gesendet wurde.

Die Umstellung von diatonischen auf chromatische Instrumente hatte in den folgenden Jahren auch auf das Repertoire des Spielrings einen großen Einfluss. Den Besuchern der Konzerte wurden nun außer Volksmusik auch klassische Werke sowie Unterhaltungs- und Tanzmusik angeboten. Um diesen Veränderungen auch im Vereinsnamen gerecht zu werden, beschloss man 1966, den "Handharmonika-Spielring 1934 Dietlingen" in "Akkordeon-Orchester 1934 Dietlingen" umzubenennen.

Einen Höhepunkt in der Geschichte des Vereins stellten die Akkordeon-Weltfestspiele in Luzern 1968 dar. Mit der "Märchensinfonietta" von R. Würthner errang das Orchester einen hervorragenden 6. Platz. Mit dem Frühjahrskonzert 1973 verabschiedete sich W. Werner nach 14 Jahren fruchtbaren Schaffens vom Akkordeon-Orchester Dietlingen. Die musikalische Leitung übernahm von nun an Dietmar Böhringer, der bislang aktiver Spieler des Orchesters war. Er führte außerdem den Unterricht für die Schüler weiter. Da die Anzahl der Akkordeon-Schüler sehr groß war, mussten mehrere Gruppen gebildet werden. Auch aus diesem Grund bildete er mit den fortgeschrittenen Schülern noch im selben Jahr das Jugendorchester. Zu seiner Unterstützung übernahm zunächst Frank Bischoff und später auch sein Bruder Hartmut einen Teil des Unterrichts. Frank Bischoff ist heute noch aktiver Spieler im 1. Orchester.

Anlässlich des 50jährigen Vereinsjubiläums im Jahre 1984 rief unser Gründungsmitglied, Ehrenvorsitzender und langjähriger aktiver Musiker Karl Bürkle das Harmonika-Orchester die "Handörgler" ins Leben. Die musikalische Leitung übernahm er bis zum Jahre 1991; heute dirigiert D. Böhringer die "Handörgler". Bereits als 17-Jähriger gehörte Karl Bürkle zu den Spielern, die im Jahre 1934 den "Handharmonika-Spielring Dietlingen" ins Leben riefen und somit den Grundstein für den Verein legten. Während seiner Mitgliedschaft bekleidete er bis 1985 viele Jahre lang das Amt des 1. Vorsitzenden und leitete die Geschicke des Vereins. Für sein Engagement für die Akkordeonmusik und den Verein wurden Karl Bürkle zahlreiche Ehrungen zuteil. Auch als erster Mitorganisator des Dietlinger Straßen- und des Kelterfestes machte er sich einen Namen.

Durch sein unnachahmliches heiteres Wesen verstand es Karl Bürkle stets zu unterhalten, aber auch die Jugend zu motivieren - gemäß seinem immerwährenden Motto "Wer musiziert, hat mehr vom Leben!" Karl Bürkle verstarb im Sommer 2001 im Alter von 83 Jahren.

Zwei schöne Erfolge konnte das 1. Orchester in den Jahren 1986 bzw. 1989 verbuchen. Beim 2. bzw. 3. Internationalen Akkordeon-Festival in Innsbruck erreichte das Orchester in der Oberstufen-Kategorie mit der Komposition "Rhapsodia Andalusia" die Note "sehr gut" bzw. mit der "Romanze" die Note "ausgezeichnet".

Im Spätjahr 2001 verabschiedete das 1. Orchester im Rahmen einer feierlichen Matineé im Dietlinger Rathaussaal seinen langjährigen Dirigenten Dietmar Böhringer, der nach 28jähriger Orchestertätigkeit seinen Stab an Heiko Engelbach aus Durlach übergab.

Wollte man alle Konzerte und Veranstaltungen, bei denen das Akkordeon-Orchester Dietlingen in der Vergangenheit mitwirkte oder die es selbst ausrichtete, hier einzeln nennen, so würde das den Rahmen dieses Überblicks sprengen. Den musikalischen Höhepunkt jedes Jahres stellt das Frühjahrskonzert dar. Ausschließlich klassische Werke trägt das 1. Orchester bei Kirchenkonzerten vor. Außerdem wirken das 1. Orchester und das Jugendorchester mehrmals im Jahr bei Veranstaltungen anderer Dietlinger Vereine sowie befreundeter Akkordeon-Orchester mit. Zu den vom Verein selbst organisierten Festen gehört seit 1979 das Kelterfest. Besonders das traditionelle "Saukopfessen" am Montag erfreut sich immer wieder großer Beliebtheit, vor allem bei der Handwerkerschaft. Bei den Dietlinger Straßenfesten konnte sich der Verein ebenfalls immer über ein "volles Zelt" freuen. Zum Abschluss jedes Jahres gehört die Weihnachtsfeier, die in familiärer Atmosphäre alle Mitglieder, Aktive und Passive, Schüler und Eltern zusammenführt.


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