Akkordeon-Orchester Dietlingen beeindruckt beim Festakt zum 75-jährigen Jubiläum
Neben dem Klavier dürfte das Akkordeon wohl zu einem der schwersten Instrumente in der Musikwelt zählen; zumindest nach der Gewichtsklasse. Erlebt man aber die Akkordeonisten in ihrem Element, kann man feststellen, dass das Musizieren auf dem Tasteninstrument im wahrsten Sinne des Wortes spielend leicht geht. So bereitet das Instrument schon über Generationen hinweg Freude bei Spielern und Zuhörern. Mit virtuosem Spiel und unterschiedlichster Musikliteratur ist das Akkordeon weit mehr als eine "Quetschkommode", wie das Instrument scherzhaft im Volksmund genannt wird.
Welchen Stellenwert das Tasteninstrument hat und welche Wertschätzung das Tasteninstrument genießt, wurde beim Festakt zum 75-jährigen Jubiläum des Akkordeonorchesters 1934 Dietlingen e.V. am 13.03.2009 im Dietlinger Rathaussaal deutlich. Vor zahlreichen Gästen präsentierte sich der Verein als musikalisch jung geblieben und mit zuversichtlichem Blick nach vorne. Dass der Verein mit seinen heute 230 Mitgliedern und 50 Aktiven ein unverzichtbarer Bestandteil im Gemeindeleben und brillanter Mosaikstein in der Musikwelt der Region ist, würdigten sowohl Bürgermeister Ulrich Pfeifer, als auch Roland Hübner der Kulturdezernent des Enzkreises. Dabei wussten sowohl Roland Hübner, selbst überzeugter Akkordeonspieler und Ulrich Pfeifer "leidenschaftlicher, passiver Musiker" auch mit Blick auf die gesellschaftliche Lage und jüngste Ereignisse, um die Bedeutung von Musik und Vereinsleben.
Mit dem Zitat von Victor Hugo "Die Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist", brachte Hübner die Anerkennung gegenüber den Spielern und dem Verein gleichermaßen zum Ausdruck; und Kelterns Bürgermeister Ulrich Pfeifer freute sich, dass die Akkordeonisten mit ihren Auftritten sowohl Botschafter ihres Instruments, als auch der Gemeinde seien. Für die weitere Vereinsentwicklung und vor allen Dingen für die Jugendausbildung hatten beide Geschenkkuverts für den Verein parat.
Für die örtlichen Vereine ( Feuerwehr, Naturfreunde, Musikverein, Obst- und Gartenbauverein und Turngemeinde ) überreichte Uwe Renninger mit heiteren Worten ebenfalls ein Geschenkkuvert. Mit Blumen und einer Einladung zur "großen Weinprobe" brachte, zur Begeisterung der Mitglieder, Bernhard Roloff aus Remchingen, vom Verein "Historische Kelter Dietlingen", seine Anerkennung für den Jubiläumsverein zum Ausdruck.
Abwechslungsreich gestaltet mit musikalischen Einlagen, fotografischen Sequenzen aus der Vereinsgeschichte und dem Vereinsleben, wurde das Festbankett zum 75-jährigen Jubiläum zu einer Referenz an die Akkordeonmusik und das Engagement um den Verein. Wie dies gelebt wird, darüber freute sich für den Deutschen Harmonika Verband Bezirk Würm-Nagold, auch dessen Vorsitzender Heinz Lange. Wie stolz der Verband sowohl auf das hohe Niveau des Orchesters unter dem musikalischen Leiter Heiko Engelbach, als auch auf das Vereinsengagement unter dem Vorsitzenden Klaus Engelbach ist, brachte Lange nicht nur in anerkennenden Worten, sondern auch mit der Überreichung einer Jubiläums-Skulptur zum Ausdruck.
Eine spezielle Anerkennung und Auszeichnung hatte er anschließend für Reinhard Gemmrich und Ehrendirigent Dietmar Böhringer parat. Für ihre 50-jährige Vereinstreue erhielten sie die goldene Verdienstnadel. Für 25-jährige Vereinszugehörigkeit erhielt Sandra Bischoff die goldene Ehrennadel. Besonders beeindruckt von einer erstmaligen Auszeichnung zeigten sich sowohl der Verein, als auch die Jubiläumsgäste. Für ihr 10-jähriges Engagement als Jugendleiterin wurde Cathrin Heinemann mit dem Goldenen Pin des Deutschen Harmonikaverbands ausgezeichnet.
Mit der abschließenden Feststellung "75 Jahre sind unsere Geschichte - die Zukunft ist eine spannende Herausforderung", beschloss Klaus Engelbach den offiziellen Teil des Abend, dem sich noch ein geselliger Teil anschloss und lud damit auch zum Besuch des Jubiläumskonzerts am 26. April in der Dietlinger Speiterlinghalle ein.
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